Anleitung Ahnenforschung | Textlisten

Ahnenforschung leicht gemacht | Anleitung Teil 7

Ahnenforschung Tobolka Zettelkatalog

Auch wenn Excel (oder Calc) ein tolles Programm ist, um Einträge von Kirchenbüchern zu erfassen, so wollen wir doch eine schönere Präsentation der Daten als eine schnöde Tabelle.

Und hier kommt das andere Programm zum Einsatz, dass ich im letzten Schritt als unverzichtbares Tool genannt habe: Word (Writer).

Anlegen einer Ahnenliste

Im Prinzip ist jedes Textverarbeitungsprogramm geeignet, aber Word bietet viele Möglichkeiten, um einen Text zu gestalten, selbst wenn wir für das Anfertigen einer reinen Ahnenliste bloß ein paar Basisfunktionen brauchen. Doch für einen späteren Verarbeitungsschritt sind sie unverzichtbar – sofern wir diesen gehen möchten.

Zitat: Wer jetzt schon wissen möchte, was alles mit Word möglich ist, der möge einen Blick auf die Beispiel-Forschungsberichte im Downloadbereich werfen. Es gibt bloß einen Haken: Aus urheberrechtlichen Gründen bedarf es einer kostenlosen Registrierung auf der Website.

Nummernsystem nach Kekule

Was das Nummernsystem nach Keule ist, von wem es stammt und wie es genau funktioniert, erkläre ich im folgendem Artikel.

Hier nur kurz: Mit diesem System lässt sich eine Ahnenreihe einfach in Form einer Liste darstellen. Dabei wird jeder Person eine fixe Nummer vergeben beginnend mit der Person, von der aus zurückgeforscht wird. Diese erhält die Nummer 1.

Ahnenforschung Grafik Kekule System

Das Nummernsystem nach Kekule

Generation Vorfahrenreihe Nummern
0.    Generation Proband 1
1.    Generation Eltern 2 und 3
2.    Generation Großeltern 4 und 5, 6 und 7
3.    Generation Urgroßeltern 8-15
4.    Generation 2-fach Urgroßeltern 16-31
5.    Generation 3-fach Urgroßeltern 32-63
6.    Generation 4-fach Urgroßeltern 64-127
7.    Generation 5-fach Urgroßeltern 128-255
8.    Generation 6-fach Urgroßeltern 256-511
9.    Generation 7-fach Urgroßeltern 512-1023
10. Generation 8-fach Urgroßeltern 1024-2047
11. Generation 9-fach Urgroßeltern 2048-4095

Die obige Grafik zeigt, wie es mit der Nummernvergabe weitergeht, die Tabelle, wie viele Vorfahren auf uns warten könnten.

Ahnenschwund

Den Konjunktiv habe ich deshalb gesetzt, weil wir womöglich gar nicht so weit zurückkommen, um tausende Personen in der Liste zu haben. Aber selbst wenn uns das Glück hold ist, so kommt es auch zum Phänomen des Ahnenschwundes.

Damit ist gemeint, dass wir weniger Ahnen haben, als es mathematisch sein sollten. Selbstverständlich haben auch unsere Vorfahren jeweils einen Vater und eine Mutter, aber diese tauchen in unserer Liste mehrmals auf.

Wie das sein kann, deutet eigentlich schon die Tabelle oben an. Jede Generation, die wir weiter zurückgehen, verdoppelt die Anzahl unserer Ahnen. Gelangen wir weit genug zurück, so bekommen wir eine Zahl, die größer ist, als die heutige Weltbevölkerung. Und da das nicht möglich ist, tauchen einzelne Vorfahren immer wieder in der Liste auf.

Um 8 Milliarden Vorfahren zu haben, müssten wir 33 Generationen zurückgehen oder 990 Jahre bei einer angenommen Generationsabfolge von 30 Jahren.

Beispiel

Nun aber zurück zu unserer Ahnenliste in Word. Das es ziemlich langweilig wäre, bloß eine Zahl gefolgt von einem Namen zu lesen, füge ich alle Informationen hinzu, die ich aus Urkunden und Kirchenbücher ermittle.

Beispiel Scheit

Proband

1

Hilda Scheit, *21.10.1929 in Wien, †8.8.2011 um 3:00 Uhr in Wien, Tochter von Josef Scheit und Johanna Emilie Litter, ⚭ am 26.6.1948 in Wien mit Adolf Josef Tobolka, *4.9.1925 in Wien, †21.5.1999 in Wien

Eltern

2

Josef Scheit, wohnhaft in 1120 Wien, Dunklergasse 17, *27.7.1896 in Wien, ~29.7.1896 in Wien Pfarre Erdberg, †26.10.1973 in Wien, Sohn von Josef Scheit und Maria Fasching, ⚭1 am 30.11.1924 in Wien Pfarre Neusimmering mit Johanna Emilie Litter, ⚭2 am 9.7.1956 in Wien mit Maria Walenta

3

Johanna Emilie Litter, wohnhaft in 1090 Wien Liechtensteinstra0e 15, in 1100 Wien, Gänzbachergasse 3, *11.1.1897 in Wien, †29.5.1950 in Wien, Tochter von Augustin Litter und Emma Kutil

Genealogische Zeichen

Um die genealogischen Zeichen nicht immer aus dem Internet heraussuchen und kopieren zu müssen, füge ich am Beginn der Liste eine Legende hinzu:
* geboren, ~ getauft, † gestorben,  Bild:B2216.png begraben, ⚭ verheiratet, ⚯ uneheliche Verbindung

Sollten die Zeichen vom Browser nicht korrekt dargestellt werden, so bietet zB. Wikipedia mehrere Varianten an.

Beim Schreiben hingegen verwende ich Zeichen, die auf der Tastatur vorhanden sind: *, ~, +, ^, °°, °-°
Sobald die Liste fertig ist, ersetze ich sie.

Ahnenforschung Tobolka Word Ersetzen 1

Ahnenforschung Tobolka Word Ersetzen 2

Ahnentafel

Auf diese Weise bekommen wir im Prinzip zwar immer noch bloß eine einfache Darstellung einer Ahnenreihe, aber sie lässt sich dennoch gut lesen und die familiären Zusammenhänge nachvollziehen. Wer trotzdem eine grafische Darstellung nicht missen möchte, dem bietet Word mit Smart Art die Möglichkeit, Organigramme zu erstellen.

Ahnenforschung Tobolka Word SmartArt

Stammtafel für 4 Generationen

Eine Anleitung würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Es gibt aber zahlreiche Anleitungen auf Youtube. Wer sich die Arbeit dennoch nicht antun möchte, darf gerne meine Vorlage verwenden.

Nachfahrenliste

Neben der Erforschung unserer Vorfahren ist es auch möglich, in die andere Richtung zu gehen. Dazu suchen wir uns einen Vorfahren, zB. den frühesten Vertreter einer Linie, und erforschen dessen Nachfahren.

Dazu bedarf es ein paar Anmerkungen:

  • Am einfachsten ist es, die männlichen Linien zu verfolgen, da der Familienname immer gleich bleibt – abgesehen von Schreibvarianten oder bei Übersetzungen in eine andere Sprache. Komplizierter wird es, wenn wir auch die weiblichen Nachfahren einer Person mit ins Forschungsprogramm aufnehmen. Hier ändert sich bei jeder Eheschließung der Name der Frau.
  • Es wird uns allerdings nicht gelingen, das Schicksal jeder Person zu erfahren. Daran Schuld trägt die Mikromigration ausgelöst durch den Gesindedienst. Im Alter von 12-19 Jahren – je nach Region war dies unterschiedlich – verdienten sich die Menschen früher als Knechte oder Mägde, entweder bis zur Heirat oder auch zeit ihres Lebens. Und dazu wechselten sie ihren Wohnsitz. Leider ist dies in den Kirchenbucheinträgen nicht vermerkt. Wir wissen daher nicht, in welches Dorf, in welche Pfarre Jemand gezogen ist. Um dennoch möglichst viele Verwandte zu erfassen, bleibt uns nichts anderes übrig, als alle Vorkommen eines Familiennamens aus den Matriken herauszusuchen. Und zwar nicht nur aus einem Dorf oder einer Pfarre, sondern in einem Umkreis von 20 Kilometern vom Ursprungsort. Dies entspricht dem Einzugsgebiet, aus dem die meisten Ehepartner stammen.

Nummerierung

Auch bei einer Nachfahrenliste kommt ein Nummernsystem zum Einsatz. Da aber die Nachfahrenzahl sich in jeder Generation ändert, bzw. wir am Anfang nicht wissen, wer von den Kindern heiratet, brauchen wir ein variables System. Und dieses besteht aus einer Kombination von römischen Zahlen und Kleinbuchstaben.

Dem Stammhalter verpassen wir die römische Ziffer I. Hat er nur einen Sohn, der geheiratet hat, so bekommt dieser die Ziffer II, Brüder unterscheiden wir durch das Hinzufügen der Buchstaben: IIa für den Ältersten, IIb für den Nächstgeborenen usw. Und so gehen wir in jeder Generation vor vom Ältesten zum Jüngsten. Dabei zeigt uns die römische Ziffer an, aus der wievielten Nachfahrengeneration ein verheirateter Mann stammt.

Wer sich gerne Beispiele ansehen möchte, den verweise ich auf meine Blogserie über die »Tobolka in Mähren«.

Wer befürchtet, mit den 26 Buchstaben des Alphabetes nicht auszukommen, denn kann ich beruhigen, zumindest wer nur die männlichen Linien erforscht. Bei meiner Linie, die gesichert 1747 startet, komme ich in der achten Nachfahrengeneration bis zum Buchstaben »i«. Es gibt zwar weitere Generationen, die allerdings dem Datenschutz unterliegen, weswegen sie in der Veröffentlichung nicht vorkommen – die neunte Nachfahrengeneration geht bis zum Buchstaben »n«.

Alternative Nummerierung

Nehmen wir auch die weiblichen Nachfahren in unsere Liste auf, dann brauchen wir ein leicht anderes System. Die römischen Ziffern behalten wir bei, trennen uns aber von den Kleinbuchstaben. Stattdessen versehen wir jede Person einfach mit einer fortlaufenden Zahl, auch wenn wir sie erst nachträglich einfügen. Um Personen eindeutig einem bestimmten Vater oder Mutter zuzuordnen, kombinieren wir die Zahl des Kindes mit dem Elternteil. Der Zahlencode könnte wie folgt aussehen: III 542-99. Die römische Ziffer gibt die Generation an, 542 ist die Nummer des Probanden und 99 die des Vaters oder der Mutter.

Schluss

Mit den Excel-Tabellen und den Listen in Word sorgen wir für eine anschauliche Darstellung unserer Forschungen, die wir weitergeben können oder ins Internet stellen – zum Beispiel in Form eines Blogs. Wir haben unsere Daten aber auch gespeichert und können sie jederzeit ergänzen und erweitern. Zudem haben wir die Basis angelegt, um daraus ein eigenes Buch zu erstellen.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, unsere Daten zu verarbeiten: Genealogieprogramme. Doch dazu mehr im nächsten Teil der Serie zur »Anleitung Ahnenforschung«.

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