Das Kekule-System und wie es funktioniert

Ahnenforschung leicht gemacht │FAQ

Mit jeder Generation, die wir in der Ahnenreihe zurückgehen, verdoppelt sich die Anzahl der Vorfahren. Wir alle haben zwei Eltern, vier Großeltern, acht Ur-Großeltern, 16 Ur-Ur-Großeltern und so fort. Bei 10 Vorfahren-Generationen sind es bereits über 2000 Personen.

Um nicht die Übersicht zu verlieren, gibt es ein einfaches mathematisches System, benannt nach Stephan Karl Kekule von Stradonitz (Kekule-System).

Darin wird jeder Person eine fixe Nummer zugeordnet.

Die älteste bekannte Anwendung stammt von Michael Eyzinger aus dem Jahre 1590. Manchmal wird auch die Bezeichnung Sosa-Nummer verwendet (nach Hieronymus de Sosa 1676).

Beginn der Zählung

Väter haben immer eine gerade Zahl, Mütter eine ungerade. Begonnen wird bei der Ausgangsperson (Proband) mit der Zahl 1, der Vater erhält die doppelte Zahl des Kindes (1*2=2), die Mutter die des Vaters plus 1 (2+1=3).

Der Großvater väterlicherseits erhält die doppelte Nummer des Sohnes (2*2=4), die Großmutter die des Großvaters plus 1 (4+1=5); und mütterlicherseits wird genauso verfahren. Der Großvater bekommt die doppelte Nummer seiner Tochter (3*2=6), die Großmutter die des Großvaters plus 1 (6+1=7).

Und so wird in jeder weiteren Generation verfahren. Die Väter erhalten immer die doppelte Nummer ihres Kindes, die Mütter die des Vaters plus 1.

Ahnenforschung Grafik Kekule System

Grafik 1: Das System nach Kekule

Ordnung im Nummernchaos

Dieses Schema bringt nicht nur Ordnung in eine Ahnenreihe, es lässt sich auch leicht feststellen, ob es sich bei einer Person um Mann oder Frau handelt, welcher Generation sie entstammt (siehe Tabelle 1 und Grafik 1), und man kommt auch einfach wieder zurück auf den Probanden (solange durch 2 Teilen, bis 1 erreicht ist, bei ungeraden Zahlen wird zuvor 1 abgezogen).

Generation

Bezeichnung

Nummern
0.      Generation Proband 1
1.      Generation Eltern 2 und 3
2.      Generation Großeltern 4 und 5, 6 und 7
3.      Generation Urgroßeltern 8-15
4.      Generation 2-fach Urgroßeltern 16-31
5.      Generation 3-fach Urgroßeltern 32-63
6.      Generation 4-fach Urgroßeltern 64-127
7.      Generation 5-fach Urgroßeltern 128-255
8.      Generation 6-fach Urgroßeltern 256-511
9.      Generation 7-fach Urgroßeltern 512-1023
10.   Generation 8-fach Urgroßeltern 1024-2047
11.   Generation 9-fach Urgroßeltern 2048-4095

Tabelle 1: Nummerierung nach Kekule

Schluss

Einen Haken hat das System allerdings: Es bietet keinen Platz für Geschwister oder für Nachfahren. Verschieben wir zudem den Probanden (Ausgangsperson) in der Generationenabfolge vor oder zurück, müssen auch die Nummern neu verteilt werden.

Für eine bloße Ahnenreihe jedoch ist das Kekule-System perfekt.


Kommentare, Anmerkungen, Hinweise und Berichtigungen sind gerne gesehen.

Wer mag, kann den Beitrag gerne teilen.






1 Antwort
  1. Andrea
    Andrea says:

    Dafür sind ja die Nummern da, die ich bereits in einem anderen Kommentar beschrieben habe, so kann man auch Geschwister, Nichten, Neffen etc. in die Ahnentafel aufnehmen.

    Herzliche Grüße.

    Andrea

    Antworten

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