Online Kirchenbücher und wo sie zu finden sind

Ahnenforschung leicht gemacht | Anleitung Teil 3

Bücher

In den bisherigen Beiträgen über die Anleitung zur Ahnenforschung habe ich immer wieder auf Archivportale hingewiesen, bei denen es die Kirchenbücher online zu lesen gibt. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, näher darauf einzugehen.

Orte und Pfarren

Doch zuvor bedarf es einer kleinen Schnitzeljagd. Wir brauchen den Ort, an dem unser Vorfahre getauft worden ist oder geheiratet hat. Sobald wir diese Information haben, suchen wir die entsprechende Pfarre sowie das zuständige Archiv.

Für den Bereich von Österreich-Ungarn gibt es eine Ortsdatenbank unter genteam.at. Wir müssen uns zwar registrieren, aber die Seite ist kostenlos, und so logen wir uns ein, um den entsprechenden Ort herauszusuchen.

Aus rechtlichen Gründen ist der Link zu GenTeam nicht gesetzt. Bitte kopieren Sie die Adresse und fügen Sie sie in die Adresszeile ihres Browsers ein, falls sie die Seite aufrufen möchten.

Praktischerweise bekommen wir alle relevanten Informationen auf einem Blick geliefert: die Pfarre, eventuelle Vorpfarre, den Zeitraum der Matrikenführung, sowie das zuständige Archiv samt Link zum Portal.

Allerdings kann es sein, dass wir bereits beim ersten Schritt anstehen: Unser Ortsname wird nicht aufgeführt. Entweder haben wir ihn falsch gelesen, oder er ist in einer Version angeführt, den die Datenbank nicht kennt. Es könnte sich um den lateinischen Namen handeln, oder für die Tschechische Republik eben um den tschechischen, oder er wurde einst beim Schreiben falsch verstanden.

Haben wir den Namen aus einem Taufschein entnommen, so sollte dort auch die Pfarre angeführt sein. Und so versuchen wir es mit diesem. Helfen kann auch Wikipedia sowie die Seite mapy.cz – die ist zwar auf Tschechisch, aber rechts oben prangt groß eine Eingabemaske mit Lupensymbol.

Vielleicht verdeutlicht ein Beispiel die Suchstrategie.

Eine Linie meiner Vorfahren stammt laut einem Taufschein aus dem Ort Samiel. Google spuckt eine Menge Links mit religiösem Inhalten aus. Hier komme ich nicht weiter. Also versuche ich es mit dem Pfarrnamen: Pottenstein.

Wikipedia listet vier Ortschaften auf. Eine liegt in Niederösterreich, eine in Oberfranken, eine in Polen und eine in Böhmen. Da diese Linie Tschechen waren, fällt die Eingrenzung nicht schwer. Es handelt sich beim Pfarrort um das böhmische Potštejn. Nachbarorte sind ua. Doudlebi nad Orlicí und Záměl. Ein Blick in den Taufschein liefert auch einen weiteren Ortsnamen: Daudleb.

Die Übereinstimmungen zeigen, ich bin auf dem richigen Weg. Nun fehlt noch das zuständige Archiv, und dieses erfahre ich bei Genteam: Zámrsk.

Letztendlich stellt sich heraus, das Záměl der gesuchte Ort ist.

Video-Guide zum Beispiel

Manche Orte gibt es leider mehrfach. Habe ich zudem keine weiteren Informationen für eine Eingrenzung, bleibt nichts anderes übrig, als alle Orte abzuklappern, bis ich den Richtigen gefunden habe.

Archivportale

Nun geht es aber endlich zu den Portalen. Sobald ich Ort, Pfarre und Archiv enträtselt habe, kann ich mit dem Lesen der Kirchenbücher beginnen, sofern unsere Ahnen aus Tschechien oder Österreich stammen. Denn seit Jahren digitalisieren dort die Archive Kirchenbücher und stellen sie kostenfrei ins Web. Da die Projekte aber noch nicht abgeschlossen sind, kann es passieren, dass der gesuchte Ort nicht online ist. Hier ist dann Geduld gefragt.

Mittlerweile springen auch andere Länder auf den Zug auf wie Deutschland, Polen oder Serbien.

Eine Übersicht zu Matriken im Internet bietet die Seite des Vereins Familia Austria.

Österreich

Matricula ist Österreichs größtes Archivportal für Online-Matriken.

Anfangs für die digitalen Kirchenbücher der Diözeße St.Pölten angelegt, umfasst das Portal mittlerweile auch die Bestände der anderen Diözeßen in Österreich (ausgenommen das Burgenland) und darüber hinaus.

  • Deutschland mit den Bistümern Hildesheim, Magdeburg, Münster und Passau
  • Polen mit Breslau
  • Serbien mit Subotica

Video-Guide zu Matricula

Tschechien

Brno http://actapublica.eu/
Litoměřice http://vademecum.soalitomerice.cz/vademecum/
Opava http://digi.archives.cz/da/
Plzeň http://www.portafontium.eu/?language=de
Prag http://katalog.ahmp.cz/pragapublica/
Prag Umgebung http://ebadatelna.soapraha.cz/pages/IndexPage?1
Třeboň https://digi.ceskearchivy.cz/index_main.php?lang=de
Zámrsk http://vychodoceskearchivy.cz/zamrsk/matriky/

Das Archiv Zámrsk stellt insofern eine Ausnahme unter den Onlineportalen dar, da ich hier nicht online lesen kann, sondern das gesamte Buch herunterladen muss. Die Größenordnung bei meinen Recherchen lag bislang bei ein paar Megabyte bis zu etwas mehr als einem Gigabyte je Buch.

Auch für Tschechien gibt es eine informative Übersicht bei Familia Austria.

Schlussbemerkung

Selbst wenn wir ein Kirchenbuch erfolgreich identifiziert und geöffnet haben, das Daten unserer Ahnen enthält, stellt sich uns eine letzte Hürde in den Weg: die Deutsche Schreibschrift.

Wie wir sie erfolgreich meistern, darum handelt der nächste Beitrag.





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